Peter Gowland’s Girls ist eröffnet

Thomas Schirmböck (Zephyr – Raum für Fotografie) in der Ausstellung „Peter Gowland’s Girls“ im MAKK, Foto: Scott Biolek-Ritchie

Thomas Schirmböck hat geschätzt 24.000 Prints und Dias gesichtet, bevor er rund 200 für die Ausstellung „Peter Gowland’s Girls“ ausgewählt hat – darunter die aufregendsten, elegantesten und gewagtesten Bilder einer beispiellosen Pin-up-Fotografenkarriere: Stars wie Joan Collins oder Jayne Mansfield, Arbeiten für Playboy oder Rolling Stone sowie seine Bilder für ungezählte Kalender- und Zeitschriften der 1940er bis 1970er Jahre.

Die Ausstellung (bis 9. September 2018) beginnt mit einem Porträt von Peter und Alice Gowland. Schirmböck lernte den Fotografen und seine Frau Alice 2008 persönlich kennen und erzählt beim Presserundgang auch von dieser Begegnung und der Rolle der „starken Frau neben dem berühmten Fotografen“. Er besuchte die beiden in ihrem Haus im Rustic Canyon (LA), das dem Paar seit 1955 als Wohnhaus und Studio diente. Ob am hauseigenen Pool oder im Fotostudio, die meisten Fotos Gowland’s entstanden hier oder am Strand von Malibu. Alice war immer dabei: Weiterlesen

Herzlichen Glückwunsch zum 150sten!

Geboren am 14. April 1868 in Hamburg. Im Übrigen Autodidakt. Diese Zeilen schrieb Peter Behrens 1920 einem Berliner Sammler von originalen Schriftstücken berühmter Persönlichkeiten.

Beitrag von Dr. Romana Rebbelmund

Der Geburtstag von Behrens jährt sich am heutigen Samstag, den 14. April 2018, zum 150sten Mal. Das passende Geburtstagsgeschenk findet sich in unserer Ausstellung zu seinen Ehren: Die Wuppertaler Pianoforte-Fabrik RUD. IBACH SOHN arbeitete seit den 1880er Jahren gerne mit bedeutenden zeitgenössischen Künstlern und Architekten zusammen, indem sie deren Entwürfe für Konzertflügel und Pianinos (aufrecht stehende Klaviere) umsetzte. Unter diesen Persönlichkeiten befand sich auch Peter Behrens. Er gestaltete für Ibach ein Pianino und einen Konzertflügel, die jeweils in zwei Farbvarianten – mit hellerem oder dunklerem Holz – umgesetzt wurden. Von den Instrumenten haben sich jeweils zeitgenössische Fotografien und auch entsprechende Unterlagen im Archiv der Firma Ibach erhalten. Die spektakulären Flügel und Klaviere wurden in Musterwohnräumen von Luxuswarenhäusern oder auf Landesschauen deutschlandweit präsentiert und von der damaligen Kunstkritik in Zeitungen und (Fach-)Zeitschriften entsprechend gewürdigt. Leider jedoch war es das Schicksal der vier eindeutig angefertigten Instrumente, nach deren öffentlicher Präsentation zu verschwinden. Es lassen sich heute manchmal eine, manchmal auch zwei Stationen ihres Weges rekonstruieren, danach verliert sich jeweils die Spur.

Durch eine überaus glückliche Fügung wurde dem MAKK im Januar 2017 Weiterlesen

#alleskönner. Peter Behrens zum 150. Geburtstag

Dr. Romana Rebbelmund ist die Kuratorin der Peter Behrens-Ausstellung im MAKK.

Die Vorbereitung zu der aktuellen Ausstellung „#alleskönner. Peter Behrens zum 150. Geburtstag“ (bis 1. Juli 2018) dauerte rund drei Jahre. Es stand früh fest, dass der Gründer des modernen Industriedesigns zu seinem 150. Geburtstag, der sich am 14. April jährt, geehrt werden sollte. Aber wie entstand eigentlich die Idee zum Ausstellungskonzept und welche Glücksfälle haben zu dem Gelingen der Schau beigetragen?

Dr. Romana Rebbelmund (MAKK), die Kuratorin der Ausstellung, gibt dazu einen Einblick:
„Die Leitidee zur Kölner Ausstellung kam aus der eigenen Sammlung. Das MAKK besitzt mit dem Schiedmayer Salonflügel (1901) aus dem Musikzimmer des Hauses Behrens in Darmstadt eines der kostbarsten und spektakulärsten Möbel überhaupt. Die weiteren museumseigenen Objekte sind aber nicht minder bedeutend und selten: Eine ganz frühe Kredenz mit sechs Stühlen und einem Armlehnstuhl, die Behrens während seiner Anfangszeit in Darmstadt 1899/1900 entworfen hat, geben Zeugnis von dessen Auseinandersetzung mit der Formensprache der englischen Arts & Crafts Bewegung. Ausgesprochen bemerkenswert ist zudem die Glassammlung des MAKK: Peter Behrens hat insgesamt neun Gläsersätze entworfen, fünf Sätze sowie ein einzigartiger Becher – es ist bislang kein anderes vergleichbares Stück bekannt – gehören zu den repräsentativen Schätzen des Museums. Der kostbare Gläsersatz mit rubinrotem Fuß, der zur Ausstattung des in Rot und Weiß gehaltenen Speisezimmers im Haus Behrens gehörte, ist mit fünf Gläsern vertreten.

Auf Basis dieser einzigartigen Sammlung wuchs ein Konzept für die Ausstellung heran, das sich auf die frühe Schaffensphase von Peter Behrens konzentriert und dabei besonders seinen stilistischen Wandel vom Jugendstil zur frühen modernen Sachlichkeit in den Fokus nimmt. Einen weiteren wichtigen Aspekt bilden die Spuren, die Behrens im Rheinland und insbesondere auch in Köln hinterlassen hat. Weiterlesen

Petrus hatte ein Einsehen! Dritter Drive it-Day des MAKK

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Moderator Detlef Krehl präsentierte dem Publikum automobile Kostbarkeiten auf der Rampe vor dem MAKK.

Der Wetterbericht gab Anlass zum Schaudern: „Die Vorhersagen hatten Temperaturen um acht Grad und Regen angekündigt. Aber der Wettergott war dem dritten Drive it-Day des MAKK am 24. April 2016 gnädig gesinnt“, freut sich Stefan Palm, Mit-Organisator des zweijährig stattfindenden Drive it-Day des MAKK. Er beschränkte sich auf nur einen Schauer und auch die Sonne ließ sich mehrmals blicken. So gaben sich mehr als 1.000 Oldtimer vor dem Museum ein Stelldichein, schon bald waren alle Stellplätze belegt.

Der wie immer fachkundige Moderator Detlef Krehl konnte auch diesmal dem Publikum zahlreiche automobile Kostbarkeiten auf der eigens aufgestellten Rampe präsentieren, darunter ein nur 2000-mal gebauter Sportwagen namens Sonett von Saab.

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Im Gespräch mit Kuratorin Patricia Brattig

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Patricia Brattig führt durch die Ausstellung `LOOK! Modedesigner von A bis Z´, MAKK 2015

Dr. Patricia Brattig ist Kuratorin für Mode, Textil, Keramik und Glas des Museums für Angewandte Kunst Köln. Seit 2002 kuratiert sie regelmäßig Modeausstellungen im MAKK, zuletzt `LOOK! Modedesigner von A bis Z´ 2015/16.

Die Ausstellung LOOK! Modedesigner von A bis Z präsentiert Neuerwerbungen der Modesammlung des MAKK. Wie entstand das Konzept des Designer-ABC?
Wir wollten nach unserer letzten Modeausstellung, `Istanbul Fashion – Aktuelle Mode aus der Türkei´ (2010 – 2011) generell wieder Mode im MAKK präsentieren und dabei den Fokus auf unsere eigene Modesammlung richten. Da die empfindlichen textilen Objekte aus konservatorischen Gründen nur kurzfristig ausgestellt werden können, war es uns ein Anliegen, unsere Modesammlung für eine kurze Zeit wieder zu aktivieren und somit in Erinnerung zu rufen. Dabei lag es nahe, den Schwerpunkt auf Objekte zu legen, die bislang noch nicht ausgestellt oder publiziert worden waren, darunter zahlreiche Neuerwerbungen auch aus der jüngsten Vergangenheit. Das Designer-Alphabet bot uns hierfür den größten Spielraum an und die Freiheit, möglichst viele unterschiedliche Entwürfe zu präsentieren. Wir führen den Besuchern eine bunte Bilderfolge vor, die – ausgehend von den späten 1960er Jahren bis heute – diverse modische Positionen und Kleidertypen wie beispielsweise das Abendkleid, das Kostüm, das T-Shirt oder den Wintermantel beinhaltet. Dabei streben wir selbstverständlich keine enzyklopädische Darstellung der modischen Entwicklung der vergangenen Jahre an; dies würde den Rahmen angesichts der Stilpluralität im Modedesign deutlich sprengen.

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RADIO Zeit. Röhrengeräte, Design-Ikonen, Internetradio

Romana-Breuer-Radiozeit

Dr. Romana Breuer ist Kuratorin der MAKK-Ausstellung RADIO Zeit.

Es ist soweit: Bis zum 5. Juni 2016 kann die große Radiodesign-Ausstellung im Museum für Angewandte Kunst Köln bewundert werden. Dr. Romana Breuer, seit 2014 Kuratorin für Bildende Kunst, Design, Graphik und Plakat des MAKK, kuratierte mit „RADIO Zeit“ ihre erste eigene Ausstellung. Was der Anlass für die Ausstellung war, welche Highlights zu sehen sind und wie sie präsentiert werden, erzählt Romana Breuer:

„Das Museum für Angewandte Kunst Köln (MAKK) besitzt mit insgesamt über 230 Radios und Kombinationsanlagen eine der umfangreichsten Sammlungen dieser Art in Deutschland. Seit den 1970er Jahren wurden gezielt bedeutende Entwürfe des Produktdesigns in diesem Themenschwerpunkt gesammelt und konnten durch Stiftungen ergänzt. Dabei lag das Hauptaugenmerk stets auf der Qualität des Entwurfs. Durch die mit rund 190 Geräten überaus großzügige Stiftung von Prof. Dr. Richard G. Winkler konnte der Bestand erweitert und um einen in Europa einzigartigen Schwerpunkt US-amerikanischer Radiogeräte der 1920er bis 1950er Jahre ergänzt werden. Die Apparate zählen zu den Höhepunkten des ‚Goldenen Zeitalters‘ des Radiodesigns.

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LOOK! super Fashion Markt

Im Rahmen der Modeausstellung `LOOK! Modedesigner von A bis Z´ hat das MAKK für ein Wochenende den super Fashion Markt zu Gast. Was dahinter steckt, erfahren Sie in diesem Interview mit den Macherinnen des Fashion Markts Anna Böß und Lena Schröder.

Was ist der SUPER FASHION MARKT?
Der Super Fashion Markt ist ein einmaliges Special des Designmarktes `Der Super Markt´ im Rahmen der Sonderausstellung LOOK – Modedesigner von A-Z im MAKK. Wir freuen uns sehr über diese Zusammenarbeit! Wir haben 30 spannende Designer eingeladen, die vom 6. bis 8. November in einer außergewöhnlichen Atmosphäre im Museum ihre neusten Kollektionen vorstellen. Natürlich kann direkt anprobiert und geshoppt werden.

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Die Greifbarmachung der Vergangenheit

Sascha Agne, Ausstellung `SYSTEM DESIGN. Über 100 Jahre Chaos im Alltag´ im Museum für Angewandte Kunst Köln, Foto: © René Spitz

Sascha Agne, Ausstellung `SYSTEM DESIGN. Über 100 Jahre Chaos im Alltag´ im Museum für Angewandte Kunst Köln, Foto: © René Spitz

Sascha Agne ist Quantenphysiker und Doktorand am Institute for Quantum Computing (IQC) der Universität Waterloo, Kanada. Was hat er mit Design und mit dem MAKK zu tun? Er hat eine ungewöhnliche Leidenschaft: Er sammelt Lebensmittel- und Drogerieverpackungen. Eine seiner Burger-Verpackungen wurde im Rahmen der Ausstellung `SYSTEM DESIGN´ im MAKK gezeigt. Im Frühjahr war er bereits im MAKK, um die Ausstellung zu besuchen. Zurzeit ist er erneut zu Besuch in Deutschland – unter anderem in Köln. Heute hatten wir Gelegenheit zu einem kurzen Gespräch:

Was sammeln Sie außer Burger-Verpackungen?
Sascha Agne: Verpackungen von McDonald´s stellen nur einen kleinen Teil meiner Sammlung dar, welche Lebensmittel- und Drogerieprodukte des vergangenen Jahrhunderts mit dem Schwerpunkt 1970-1990 umfasst.

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Studentenprojekt: Schatzkammer MAKK Depot

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Schatzkammer – Mediendesign Studierende der Hochschule Macromedia inszenieren Objekte aus den Depots des Museums für Angewandte Kunst.

In den Fluren der Hochschule Macromedia Köln stellen Studierende aus dem 2. Semester Medien und Kommunikationsdesign vier Fotoinstallationen aus, die in diesem Semester in Zusammenarbeit mit dem Museum für Angewandte Kunst (MAKK) in Köln entstanden sind. Unter der Leitung des Dozenten und Fotografen Kurt Steinhausen hatten die Studenten Lisa Bildgen, Christina Müller, Antonius Rösing, Jens Weidemann die einmalige Gelegenheit das Depot des Museums zu erkunden. Am 7. Juli 2015 wurde die Ausstellung präsentiert.

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Neu in der Designabteilung: Generico Chair

Der `Generico Chair´ von Marco Hemmerling und Ulrich Nether gehört ab sofort zum festen Bestand der Designausstellung des MAKK. Marco Hemmerling ließ es sich nicht nehmen, seinen Stuhl persönlich auszupacken und in die Ausstellung `Kunst und Design im Dialog´ zu tragen. Präsentiert wird er neben dem Lichtobjekt `Explosion´ des Künstlers Hans Kotter, ebenfalls eine Neuerwerbung. Beide Arbeiten sind von 2014.

Der Stuhl wurde erstmals 2014 in Ventura Lambrate im Rahmen des Salone del Mobile in Mailand präsentiert. Nach einem kurzen Gastspiel im MAKK im Herbst letzten Jahres sowie Ausstellungen im Lippischen Landesmuseum und an der Hochschule Detmold kehrt er nun als Dauerleihgabe ins MAKK zurück. Für Marco Hemmerling ist „Das Museum [ist] der richtige Ort für den Stuhl“, und plant bereits die nächste Exkursion mit Designstudierenden ins MAKK.

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Neuzugang im MAKK: `Explosion´ von Hans Kotter

Der Künstler Hans Kotter im MAKK

Die Design-Sammlung des MAKK hat seit gestern einen Neuzugang: Die lichtkinetische Arbeit `Explosion´ (2014) des deutschen Künstlers Hans Kotter. Der in Mühldorf am Inn geborene Künstler studierte in New York und hat sich mit fotografischen Arbeiten, Konzeptkunst, Installationen und Lichtkunst in zahlreichen internationalen Ausstellungen einen Namen gemacht. In seinen minimalistischen Lichtobjekte führt er diese Erfahrungen zusammen in eine Auseinandersetzung mit Raum, Licht und Farbe.

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Einblicke in die Ausstellung „SYSTEM DESIGN“

MONTANA Einrichtungssystem „CO16“

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© Montana Møbler

Montana ist ein System, das aus 42 Grundmodulen in 4 Tiefen und 49 Farben und Oberflächen besteht. Die Module können unendlich kombiniert werden und, wenn neue Bedürfnisse entstehen, wieder neu zusammengestellt werden. Die Abmessungen der einzelnen Module basieren auf
den Formaten der DIN 476.

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René Spitz über die Ausstellung SYSTEM DESIGN

Dr. René Spitz, Kurator der Sonderausstellung „SYSTEM DESIGN. Über 100 Jahre Chaos im Alltag“, spricht in diesem Video über das Konzept, das hinter der Ausstellung steht. Neben einer allgemeinen Einführung in das Thema Systemdesign geht er auf einzelne Exponate wie auch die erzählerische Struktur der Ausstellungs-Szenographie ein.

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SYSTEM DESIGN: Fotografische Dokumentation

Fotografin

Vergangenen Montag wurde die Sonderausstellung „SYSTEM DESIGN. Über 100 Jahre Chaos im Alltag“ für das Rheinische Bildarchiv Köln (RBA) fotografiert. Marion Mennicken, Fotografin des RBA, hat vor fast 30 Jahren von ihrem Vorgänger das Museum für Angewandte Kunst als ihr „Haupthaus“ übernommen. Seitdem dokumentiert sie alle Ausstellungen und Neuzugänge des MAKK, ist aber darüber hinaus auch in anderen städtischen Kölner Museen im Einsatz. Die Ausstellungen werden in der Regel montags abgelichtet, da das Museum geschlossen ist und kein Publikumsverkehr herrscht. Nichts soll ablenken von den Exponaten und der Szenographie: Aufnahmen aus unterschiedlichen Perspektiven, ohne Blitzlicht oder Lampen, so dass auch die Lichtsetzung dokumentiert werden kann. Archivfotografie hat schließlich System. Wer mehr über das Rheinische Bildarchiv Köln erfahren möchte, klicke hier.