Wiedereröffnung der Design-Ausstellung: am 10.+11. August wird gefeiert!

MAKK-Kuratorin Dr. Romana Rebbelmund in der neuen Designausstellung mit Sammlung Winkler (Fotos: Kirsten Reinhardt) *

Die Glastür öffnet sich wieder: Nach langer Umbau- und Renovierungszeit zeigt sich die Designausstellung des Museums für Angewandte Kunst Köln (MAKK) im neuen Glanz. Auf zwei Etagen sind 451 Werke der Angewandten und Bildenden Kunst zu bewundern, davon 286 aus der Sammlung Winkler. Das älteste Objekt, ein Phonograf, ist von 1896 und läutete die technischen Industrialisierung ein; das jüngste Design-Objekt ist von 2018, der Hocker „Inflatable Stool“ aus limitierter Produktion, ein Projekt von Verner Panton by Verpan for Prada.

„Wir zeigen alle Design-Klassiker im Dialog zur Bildenden Kunst. Also den Riedfeld-Stuhl zum Mondrian Kunstwerk. Das macht unserer Ausstellungen so einzigartig in Europa“, erklärt Dr. Romana Rebbelmund, Kuratorin für Design und Bildende Kunst des MAKK, während des Presserundgangs. Rund ein Drittel der gezeigten Exponate sind bisher nicht gezeigte Objekte aus dem Museumsdepot und Neuerwerbungen der letzten Jahre. „Die raren Liebhaberobjekte werden begeistern“, freut sich Rebbelmund. Beispielsweise die bezaubernde Halogenleuchte „Le Rondini“ (1982-1983) von Elio Martinelli, das Sofa „Rover 2-Seater“ (1981) von Ron Arad, amerikanisches Art Déco (1935-1937) von Arban Jay Ackerman oder Bauhaus-Keramik (1927-1935) von Marguerite Friedlaender-Wildenhain und Trude Petri. Mehr Infos unter: Makk-Designausstellung

Halogenleuchte „Le Rondini“ – Die Schwalben – (1982-1983) von Elio Martinelli.

 * zu sehen sind die Sitzbank „Drift“ (1955) von Amanda Levete und das Gemälde „10 Variationen“ (1975) von Stefan Wewerka (1928-2013). Im Hintergrund wird der Blick in die Abteilung mit Designobjekten von Ray und Charles Eames gewährt.

Ray und Charles Eames: Lounge Chair von Loriot

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Theda Pfingsthorn stellt den Neuerwerb in der MAKK-Designabteilung vor: den Lounge Chair von Ray und Charles Eames (Foto: Kirsten Reinhardt).

von Theda Pfingsthorn

Mit ihrem innovativen, organischen Design sorgte in den 1950er Jahren das amerikanische Designerpaar Ray und Charles Eames weltweit für Furore. Ihre Entwürfe, allesamt Klassiker, können in der Designabteilung des MAKK bewundert werden.

Ein wunderbarer Neuerwerb ist der „Lounge Chair 670 und Ottoman 671“ von 1958 aus dem Designbüro Eames. Drei ergonomisch geformte und mit Palisander furnierte Bugholzschalen umfassen bequeme cognacfarbene Lederpolster. Drehbar, auf sternförmigen Fuß gelagert, gilt er seit 60 Jahren bis heute als der ideale und komfortable Ruhesessel. Das Modell entspricht der ersten Produktreihe, denn seit 1956 konnte dieser Entwurf von dem avantgardistischen Möbelhersteller Herman Miller Company in Michigan, USA produziert werden. Dazu hat er Patina, man sieht, dass der Lounge Chair und der zugehörige Ottoman Jahrzehnte genutzt wurde. Sein Besitzer war der 2011 verstorbene Vicco von Bülow, der als Loriot berühmt wurde. Das MAKK konnte den Klassiker auf der Cologne Fine Art aus dem Nachlass erwerben. In der oberen Etage des Designflügels wird er optimal präsentiert, frei stehend in Kombination mit dem amerikanischen Couchtisch von 1950. Seine organische Formgebung prägte den Begriff „Nierentisch“. Helles Holz, transparentes Glas und Messingelemente spiegeln den Zeitgeist.

Schenkung von Prof. Dr. Günther Brambring, Köln: Ray und Charles Eames, Lounge Chair 670 mit Hocker 671, Entwurf 1956, Formholz; Aluminium; Leder; Herman Miller Company, Zeeland Michigan, US, 1958, A 2123 a, b

Neu in der Designabteilung: Generico Chair

Der `Generico Chair´ von Marco Hemmerling und Ulrich Nether gehört ab sofort zum festen Bestand der Designausstellung des MAKK. Marco Hemmerling ließ es sich nicht nehmen, seinen Stuhl persönlich auszupacken und in die Ausstellung `Kunst und Design im Dialog´ zu tragen. Präsentiert wird er neben dem Lichtobjekt `Explosion´ des Künstlers Hans Kotter, ebenfalls eine Neuerwerbung. Beide Arbeiten sind von 2014.

Der Stuhl wurde erstmals 2014 in Ventura Lambrate im Rahmen des Salone del Mobile in Mailand präsentiert. Nach einem kurzen Gastspiel im MAKK im Herbst letzten Jahres sowie Ausstellungen im Lippischen Landesmuseum und an der Hochschule Detmold kehrt er nun als Dauerleihgabe ins MAKK zurück. Für Marco Hemmerling ist „Das Museum [ist] der richtige Ort für den Stuhl“, und plant bereits die nächste Exkursion mit Designstudierenden ins MAKK.

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Neu in der Design-Abteilung: Ein Podest für Alvar Aalto

Werner Nett, Leiter der Restaurierung im MAKK, platziert die Liege von Alvar Aalto

Werner Nett, Leiter der Restaurierung, platziert die Objekte von Alvar Aalto mit einem Mitarbeiter.

In der Design-Abteilung wurde umgeräumt. Die Kuratorin Dr. Romana Breuer widmete im Bereich der 1930er Jahre ein Podest dem finnischen Architekten und Gestalter Alvar Aalto (1898-1976). Zu sehen sind nun neben seiner weltbekannten Glasvase „Savoy“ (1936) und dem Armlehnstuhl Mod. Nr. 31 (um 1935) auch erstmalig ein halbrunder Wandschrank (um 1930-32) für das Lungensanatorium Paimio und ein minimalistisches Bettsofa (1930). „Das Bettsofa ist viel schwerer als es aussieht. Nicht nur wegen der Stahlrohrkonstruktion, sondern auch wegen den nicht sichtbaren Metallfedern“, so der Leiter der Restaurierung Werner Nett.

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Neuzugang im MAKK: `Explosion´ von Hans Kotter

Der Künstler Hans Kotter im MAKK

Die Design-Sammlung des MAKK hat seit gestern einen Neuzugang: Die lichtkinetische Arbeit `Explosion´ (2014) des deutschen Künstlers Hans Kotter. Der in Mühldorf am Inn geborene Künstler studierte in New York und hat sich mit fotografischen Arbeiten, Konzeptkunst, Installationen und Lichtkunst in zahlreichen internationalen Ausstellungen einen Namen gemacht. In seinen minimalistischen Lichtobjekte führt er diese Erfahrungen zusammen in eine Auseinandersetzung mit Raum, Licht und Farbe.

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