Das Echo von Träumen: Hélène Binet zum 100. Geburtstag von Gottfried Böhm

Susanne Laugwitz-Aulbach vor den Bildern der Architekturfotografin Hélène Binet im MAKK (Fotos: Kirsten Reinhardt)

// von Dr. Susanne Laugwitz-Aulbach

Einen Höhepunkt und gleichzeitig würdigen Abschluss des „Böhm-Jahres“ bildet die Ausstellung „Das Echo von Träumen“ von Hélène Binet (bis 28. März 2021 aufgrund der Corona bedingten Schließung verlängert). Die international bekannte Architekturfotografin hat sich exklusiv für das MAKK anhand von fünf frühen Kirchenbauten mit dem Werk von Gottfried Böhm auseinandergesetzt. Die Ausstellung würdigt auf ganz besondere Weise den hochgeschätzten Kölner Architekten, der am 23. Januar 2020 seinen 100. Geburtstag feierte. Es ist mir ein große Freude die Ausstellung in dieser außerordentlichen Zeit mit zu eröffnen.

Gottfried Böhm zählt zu den bedeutendsten und vielfältigsten Architekten des 20. Jahrhunderts. Mit seinen Bauten prägte er mehr als ein halbes Jahrhundert maßgeblich den modernen Sakral- und Profanbau. Bezeichnend für Böhms Bauten sind deren skulpturaler Charakter und die stringente und unmittelbare Materialität. Unter den zahllosen von Gottfried Böhm eigenständig oder in Kooperation realisierten Bauten sind alleine über 20 in Köln und Umgebung entstanden. Mit diesem immensen Schaffenswerk hat er einen wichtigen und nachhaltigen Beitrag zur Baukultur und Stadtplanung in Köln und Region geleistet und durch seine markante Architektur stilprägende Setzungen im Stadtbild vorgenommen. Seine außerordentlichen Leistungen als Architekt wurden durch zahlreiche Preise gewürdigt – die größte Auszeichnung erhielt er 1986 als erster lebender deutscher Architekt mit der Verleihung des Pritzker-Preises, der als Nobelpreis für Architekten gilt. Gottfried Böhm nimmt in der Architekturgeschichte der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts eine bedeutende Rolle als Vorbild, Vordenker und Vorreiter ein.

Hélène Binet gilt als eine der international bedeutendsten Architekturfotografinnen. Ihr Arbeitsschwerpunkt liegt auf dem Bereich der analogen Architekturfotografie. Im Rahmen ihres künstlerischen Schaffens arbeitet sie weltweit mit den bedeutendsten zeitgenössischen Architekten zusammen. Darüber hinaus hat sie auch Bauten früherer Architekten wie Alvar Aalto, Le Corbusier, Andrea Palladio oder Rudolf Schwarz fotografiert. Für Ihren signifikanten Stil wurde Hélène Binet mit prestigewürdigen Preisen wie dem „Julius Shulman Institute Excellence in Photography Award“ und dem „Ada Louise Huxtable Prize“ ausgezeichnet. Exklusiv für das MAKK hat sich Hélène Binet anhand von fünf frühen Kirchenbauten mit dem Werk von Gottfried Böhm auseinandergesetzt und Arbeiten realisiert, die durch die Komposition von Licht, Schatten und Textur ganz besonders eindrucksvoll die charakteristischen Eigenschaften des Kölner Architekten widerspiegeln. Mit ihren Arbeiten bietet Frau Binet den Betrachtern eine neue Sehperspektive und ein einzigartiges Raumerlebnis. Ein dialogisches Spannungsfeld schaffen die Originalzeichnungen von Gottfried Böhm, die in der Ausstellung den Fotografien von Hélène Binet gegenübergestellt werden.

Großes Raumerlebnis im MAKK: Die Ausstellung „Das Echo von Träumen“ von Hélène Binet.

Idee und Konzept der Ausstellung stammen von der Museumsdirektorin Dr. Petra Hesse. Sie hat zusammen mit Hélene Binet und allen Beteiligten eine Ausstellung realisiert, die einen ganz eigenen Zugang zum Werk von Gottfried Böhm ermöglicht. Denn bei der Ausstellung liegt der Fokus nicht auf der architektonischen Aufarbeitung und Präsentation des Böhm’schen Werkes im klassischen Sinne, sondern auf einer zeitgenössischen künstlerischen Auseinandersetzung mit den Bauten Böhms in einer sehr gelungenen, dem Museumsgebäude und dem Werk Böhms entsprechenden Ausstellungsarchitektur.

Das MAKK hat es mit der aktuellen Ausstellung zum wiederholten Mal auch im Sinne der eigenen Profilschärfung geschafft, neue zeitgenössische Perspektiven aufzuzeigen und diese kreativ zu vermitteln. Gerade in der aktuellen Situation habe ich große Hochachtung vor dem unter den gegebenen Rahmenbedingungen Geleisteten. Deshalb möchte ich allen Beteiligten, die zum Gelingen der Ausstellung beigetragen haben, meine große Anerkennung aussprechen. Das gilt für Hélène Binet, dem MAKK-Team und für die Kirchengemeinden, genauso wie für die Förderer der Ausstellung, ohne deren finanzielles Engagement die Ausstellung nicht hätte realisiert werden können. Insbesondere das bürgerliche Engagement für das MAKK ist beachtenswert und muss deshalb besonders gewürdigt werden.

Infos zur Ausstellung Hélène Binet – Das Echo von Träumen: www.makk.de Die Ausstellung wurde aufgrund der Corona-Krise mit Schließung des Museums bis 28.März 2021 verlängert.

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