„Traum“-Stücke in der DANISH JEWELLERY BOX-Ausstellung

// von Maria Bausch, Köln – Foto: Kirsten Reinhardt

Nach den vielen Monaten, in denen wir hauptsächlich auf die selbstverantwortliche Ästhetik in den eigenen vier Wänden beschränkt waren, habe ich den Besuch der wunderbar kuratierten und präsentierten Ausstellung DANISH JEWELLERY BOX im MAKK (bis 1. August 2021) mit zeitgenössischem Schmuckdesign aus Dänemark als den perfekten Restart in die Welt des musealen Glanzes empfunden. Und gerade jetzt, wo Grenzen auf einmal wieder geschlossen werden können, hat mich auch der Aspekt, dass diese Ausstellung ein Beitrag zur Würdigung des deutsch-dänischen Freundschaftsjahres war, ganz besonders berührt. Weiterlesen

Das Echo von Träumen: Hélène Binet zum 100. Geburtstag von Gottfried Böhm

// von Dr. Susanne Laugwitz-Aulbach – Fotos: Kirsten Reinhardt

Einen Höhepunkt und gleichzeitig würdigen Abschluss des „Böhm-Jahres“ bildet die Ausstellung „Das Echo von Träumen“ von Hélène Binet (bis 27. Juni 2021 verlängert). Die international bekannte Architekturfotografin hat sich exklusiv für das MAKK anhand von fünf frühen Kirchenbauten mit dem Werk von Gottfried Böhm auseinandergesetzt. Die Ausstellung würdigt auf ganz besondere Weise den hochgeschätzten Kölner Architekten, der am 23. Januar 2020 seinen 100. Geburtstag feierte. Es ist mir ein große Freude die Ausstellung in dieser außerordentlichen Zeit mit zu eröffnen. Weiterlesen

Konsumrausch wird zum Ökorausch – oder was wir aus Covid-19 lernen können

// von Helena Montagnese – Foto und Video: Kirsten Reinhardt

„Die Fledermaus ist schuld!“ Wie oft habe ich diese Aussage am Anfang des Ausbruchs von Corona gehört. Warum sollte eine einzelne Fledermaus schuld an einer angeblichen Pandemie haben? Eine weitere Frage, die ich mir immer wieder stellte: Warum werden Fledermäuse getötet und gegessen? Ich schaute mir diverse Berichte zu den Tiermärkten in China an und kam immer wieder zu derselben Schlussfolgerung: Der Mensch ist schuld. Nein, nicht der eine Mensch, der die besagte Fledermaus aß und somit alles ins Rollen brachte. Es ist die Spezies Mensch. Dieses Thema begegnete mir auf unterschiedliche Art und Weise auch in der Ausstellung ÖkoRAUSCH (bis 24.9.) für Design und Nachhaltigkeit im Kölner MAKK. Weiterlesen

Nachhaltige Kunst. Oder Kunst die nachhaltig wirkt!

// von Karsten Kretschmer

Eine Begegnung mit den Künstlern von Captain Borderline Street Artists im Rahmen der Ausstellung ÖkoRAUSCH (bis 24.9.) am 10.9.2020 im Overstolzensaal des MAKK. Das Motto passte: „Captain Borderline entführt auf eine künstlerische Reise… Lass dich überraschen!“ So war es auch … Der Einladung zur Filmvorführung folgte ein buntes Publikum von kernigen Aktivisten bis zum beschaulichen Museumsbesucher. Alle Altersgruppen waren vertreten und waren sehr gespannt auf das was kommt. Und das hat so wohl keiner erwartet.

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Brigitte-Bardot-Künstlerstühle von Siegfried Michail Syniuga

Siegfried Michail Syniuga, Brigitte Bardot-Künstlerstühle, Düsseldorf, 1989 *

// von Dr. Romana Rebbelmund, Kuratorin

Für den spektakulären Neuzugang konnte direkt ein wunderbarer Platz in der Design-Ausstellung des MAKK gefunden werden. Das Paar „Brigitte-Bardot-Künstlerstühle“ (1989) von Siegfried Michail Syniuga (*1951) begrüßt als als echter Hingucker die Besucher des 1980er Jahre Kabinetts. Die Schöne und das Rohe! Syniuga fasste das gedoppelte und gespiegelte Bild von Brigitte-Bardot in jeweils einen ß-förmigen Rahmen – den man natürlich auch als doppeltes B auffassen kann –, der die Rückenlehnen von zwei Stühlen aus rohem, in Form gebogenem Stahl bildet. Der Kontrast des Fotos des damaligen Sex-Symbols zum verwendeten Material könnte kaum größer sein! Weiterlesen

Petra Hesse: Das MAKK feiert 5 Jahre Design-Blog!

Museeumdirektorin Dr. Petra Hesse in der Designabteilung vor dem `verspannten´ Regal von Wolfgang Laubersheimer (Fotos: Kirsten Reinhardt).

// von Dr. Petra Hesse

In unserer digitalen Welt ist Zeit relativ und flüchtig. Vor diesem Hintergrund ist es eine besondere Leistung, dass der MAKK Design-Blog mittlerweile fünf Jahre existiert und sich in dieser Zeit stetig erfolgreich weiter entwickelt hat. Das ist der Verdienst all Derjenigen, die bisher für den Blog spannende und persönliche Beiträge geliefert haben. Ob Kolleg*innen des MAKK, Freunde und Förderer, Designer- und Kurato*rinnen, Mitglieder des Arbeitskreises oder unsere Kulturdezernentin Susanne Laugwitz-Aulbach, allen gilt mein ganz herzlicher Dank.

Ein besonderes Dankeschön geht jedoch an Kirsten Reinhardt, die mich vor fünf Jahren fragte, ob das MAKK Interesse an einem Design-Blog habe. Dieses Angebot war wunderbar, denn es beinhaltete nicht nur die Idee selbst, sondern auch eine riesen Portion ehrenamtliches Engagement, das nötig ist, um einen Design-Blog lebendig und aktuell zu gestalten. Bis heute ist Kirsten Reinhardt als Overstolzerin unermüdlich und mit unerschöpflichem Ideenreichtum auf der Jagd nach spannenden Beiträgen und Menschen, die sie hierbei unterstützen. Dafür sage ich Dankeschön und wünsche dem Blog weitere fünf erfolgreiche Jahre!

Große Oper – Viel Theater? Bühnenbauten im Vergleich

Theda Pfingsthorn vergleicht die Opern in Lyon und Köln (Foto: Kirsten Reinhardt).

// von Theda Pfingsthorn

Zum Vergleich europäischer Opernhäuser habe ich die Oper in Lyon und Köln ausgewählt. Die Oper in Lyon steht als Solitär, umgeben von einer großzügigen Platzgestaltung. Der Standort der Kölner Oper ist vergleichbar. Beide stehen mitten in der Stadt, beide haben eine besondere unvergleichliche architektonische Form.

Die offene Platzgestaltung in Lyon mit vielen Aktivitäten und das Konzept des offenen Zugangs für alle Menschen könnte ein Vorbild für Köln sein. Es gilt den Offenbachplatz neu zu bespielen, ebenso die Plätze zwischen Opern- und Schauspielhaus, dem „Kleinen Haus“ und über der Kinderoper. Als erstes ist eine Möblierung mit großen Sitzelementen des Platzes zwischen dem „Kleinen Haus“ und der Baustelle des Schauspielhauses realisiert und ein Café mit sommerlichem Flair geöffnet. Weiterlesen

Große Oper – Viel Theater. Und die Akustik? Von Weinbergen und Schuhkartons!

Andreas Kunz ist leitender Musikredakteur, Autor und Musikkritiker: Im MAKK insperierte ihn die Akustik in der Ausstellung „Große Oper – Viel Theater“ (Foto: Kirsten Reinhardt).

// ein Blogbeitrag von Andreas Kunz zur Akustik

Die Diskussion um Opern- und Konzerthäuser ist in den letzten Jahren intensiv geführt worden. Vorrangig geht es um Kosten und Architektur, erstaunlich wenig hingegen um die Akustik, dabei sollte diese bei Stätten der Musikaufführung ein zentrales Thema sein. Beispielhaft zeigte sich dies bei einem Pressetermin in der Elbphilharmonie Ende 2016, etwa zwei Monate vor deren Eröffnung: Nach einer Besichtigung des Gebäudes standen unter anderem Oberbürgermeister Olaf Scholz und Architekt Jacques Herzog im großen Saal rund 300 Medienvertretern Rede und Antwort, nicht aber der verantwortliche Akustiker Yasuhisa Toyota. Aber auch das erklärt kaum, warum in der Pressekonferenz Fragen zur Akustik (fast) komplett ausgeblendet wurden, und – trotz eines Flügels auf der Bühne! – keine Musik zu Demonstrationszwecken gespielt wurde. Weiterlesen

Große Oper – viel Theater? Diskussionsbeitrag zur Kölner Debatte

Susanne Laugwitz-Aulbach mitten in der Ausstellung „Große Oper- viel Theater?“ im Museum für Angewandte Kunst (Foto: Kirsten Reinhardt)

// von Susanne Laugwitz-Aulbach

„Was für ein Theater!“. Wer kennt nicht den Ausspruch, wo bekanntlich althergebrachtes rasend schnell von der Bildfläche verschwindet. Diese vier Worte entfahren uns oft. In Köln wohl bisweilen täglich. Eine Angelegenheit halten wir für übertrieben, wir sehen erste Ansätze des Ärgers, sind fassungslos und manchmal sagen wir es unwillkürlich, wenn uns etwas übersteigt und wir es gerne richten würden, es aber einfach nicht gelingt. Dieser Zustand ist mir als Kulturdezernentin hinlänglich bekannt, Herausforderungen sind die Würze des Lebens und natürlich kann ich lesen, denn der Titel dieser Ausstellung heißt „Große Oper – viel Theater?“ und ist somit eine Nuance anders gelagert. Weiterlesen

Barcelona-Sessel 1929: Ludwig Mies van der Rohe

Timm Minkowitsch mit dem Barcelona-Sessel von Ludwig Mies van der Rohe in der MAKK-Ausstellung „34 x Design“ (Foto: Kirsten Reinhardt).

// von Timm Minkowitsch

Man sieht ihn heute nur noch selten: Den MR90, besser bekannt als Barcelona-Sessel. Noch vor einigen Jahrzehnten zierte er die Empfangsräume bedeutender Unternehmen, war in noblen Hotellobbys und Edel-Foyers kaum wegzudenken. Und obwohl sein Status als Ikone der Moderne ungebrochen ist, muss man ihn heute im öffentlichen Raum suchen. Könnte es daran liegen, dass Ludwig Mies van der Rohe, der kongeniale Entwerfer dieses Design-Klassikers, vielleicht einen Aspekt vernachlässigt hat?

Kaum jemand kann die elegante Form des Sessels ignorieren. Zwei Kreuze aus sanft geschwungenen Bandstahl bilden die Seitenteile. Die beiden Kreuze sind als Seitenrahmenstuhl über schlanke Stahlschienen verbunden. Dazwischen spannen sich kaum sichtbar die Riemen, auf denen die beiden Lederkissen der Sitz- und Rückenfläche ruhen. Die Maße sind Harmonie: Breite, Tiefe, Höhe, etwa 75 x 75 x 75 cm. Ein Sessel, der sich wie in einen unsichtbaren Kubus schmiegt. Weiterlesen

Pop goes Art: Andy Warhol, The Velvet Underground & Nico

Susanne Pressner vor dem legendären Cover von „The Velvet Underground & Nico“ mit der „Warhol Banane“ von 1967 (Foto im MAKK: Kirsten Reinhardt)

// von Susanne Pressner

Das Album „The Velvet Underground & Nico“ mit der „Warhol Banane“ aus dem Jahr 1967 ist sicher das bekannteste gestaltete Cover von Andy Warhol. Damit schlug er ganz neue Wege ein: Das Cover lässt keine Rückschlüsse auf Inhalt oder Musikgenre zu. Stattdessen ist dort eine schlichte Banane zu sehen, die von Warhol signiert ist. Erwarten würde man stattdessen den Titel und die Namen der Interpreten. Doch diese befinden sich auf der Rückseite.

Cover mit Überraschungsinhalten Weiterlesen

Sammlerleidenschaft

Ulrich Reininghaus und Anna Friebe-Reininghaus, © Scott Biolek Ritchie

// von Ulrich Reininghaus

Sammeln, eine Leidenschaft, die man auch als eine typisch deutsche bezeichnen könnte. Wer hat nicht als Jugendlicher Briefmarken gesammelt, in Heften und Alben Postwertzeichen möglichst vieler Länder eingeklebt, ganz stolz, wenn er eine Ausgabe komplett hatte. Wohl dem, in dessen Elternhaus Briefe aus dem Ausland landeten, möglichst von weit her, und so den Wunsch auslösten, mehr davon zu besitzen, sie zu sammeln.

Ähnlich ging es mir mit den Plattencovers von Warhol. Ich hatte bei Freunden ein oder zwei gesehen und stieß nun bei der Besichtigung einer Galerie auf eine wundervolle Ausstellung eben dieser Arbeiten. Ich fand seine Illustrationen faszinierend. Sie verkörpern de facto alle Stile, angefangen von Klassik über Jazz, Pop, Rock und Soul, und das während seiner gesamten künstlerischen Laufbahn bis zu seinem Tod 1987. Gesehen, gehandelt: Ich besorgte mir ein Buch und kaufte die Sammlung, die natürlich, aber das wusste ich ja vorher, nicht komplett war. Weiterlesen

Andy Warhol – Pop goes Art

Carin Söhler zeigt den jungen Andy Warhol aus den 50er Jahren (Foto: Kirsten Reinhardt)

// von Carin Söhler

Als Kostümbildnerin fasziniert mich die Veränderung von Andy Warhols Selbstinszenierung, gut zu verfolgen in der Ausstellung „Andy Warhol – Pop goes Art“ im MAKK (bis 24. März 2019). Auf einer Fotografie aus den frühen 50er Jahren ist Andy Warhol als jungen Illustrator zu sehen, mit der Mappe unter dem Arm durch New York’s Straßen ziehend, um Aufträge zu ergattern. Sein Kleidungsstil erscheint noch unbekümmert mit schlaksigem Anzug und Fliege. So kleidete man sich wohl damals, um als ernsthafter Illustrator arbeiten zu können. Denn als solcher bewarb er sich erfolgreich bei Mode- und Lifestyle-Magazinen, bei Literatur- und Theaterzeitschriften und auch bei Schallplatten-Labels.

Andy Warhol: Cover Alexander Nevsky **

1949 entstand sein wahrscheinlich erstes Cover für Columbia Records. Es ist eine kleine Illustration zu Sergei Prokofjews Kantate „Alexander Nevsky“. Es war naheliegend dafür Sergej Eisensteins berühmte Szene „Schlacht auf dem Eis“ aus seinem ersten Tonfilm „Alexander Nevsky“ zu illustrieren. Wie genau er Kleidung, Waffen und Gestus der Krieger durch seine „blotted line“ Technik dargestellt hat! Für das übrige Layout war nicht Warhol, sondern der Art Director von Columbia Records zuständig. Weiterlesen

34 x Design: Alles rund im Space Age Design

Sabine Meinecke mit dem Stapel-Service von Helen von Boch und Frederico Fabbrini aus dem Jahre 1971 (Foto: Kirsten Reinhardt).

// von Sabine Meinecke

Anlässe für die Produktgestaltung sind im Zeitablauf unterschiedlich, mal wird ein neuer Werkstoff entwickelt, mal experimentieren Gestalter und Designer mit Materialien und Herstellungsverfahren. Eine neue Ära begann mit der Raumfahrt. 1957 flog der erste Sputnik, 1961 war der erste Mensch im Weltall, die ersten Menschen betraten im Zuge der Mission Apollo 11 am 21. Juli 1969 den Mond. Die technische Weiterentwicklung inspirierte in allen Bereichen die Gestaltung. Das SPACE AGE DESIGN war geboren. Nicht zuletzt durch die TV-Serie Raumschiff Enterprise war die Kugelform der Planeten erfahrbar. In der MAKK-Sonderausstellung „34 x Design“ sind Space Age Objekte zu bewundern.

Die kleine Kugel von 28 cm ist ein Stapel-Service von Helen von Boch und Frederico Fabbrini aus dem Jahre 1971. Das Steingut-Service La Boule“ in den Farben der 70er, Gelb-Grün-Orange, ist ein 19-teiliges Speiseservice für vier Personen. Vier große Teller, vier kleine Teller, vier Schälchen, drei Platten, zwei Schüsseln und eine Terrine sind ineinander zusammengesetzt. „Die Kugel, die es in sich hat“ lautete damals der Werbeslogan. Ein Erfolgsprodukt, das 1972 mit dem „IF Design Award“ ausgezeichnet wurde.

Die große Kugel, die ich gerne in meinem Wohnzimmer hätte, ist der „Ball Chair“, den Ereo Arnio 1963-65 entwickelte.  Weiterlesen

Drei Fragen an Jakob Kilian

Jakob Kilian in der aktuellen Ausstellung „Kölner Design Preis“ im MAKK, © KDP AG

Der diesjährige Kölner Design Preis/ Toby E Rodes Award geht an den KISD-Absolventen Jakob Kilian mit seiner Arbeit „Unfolding Space“. Der Handschuh „Unfolding Space“ ermöglicht es, mit der Hand sehen zu können. Dazu projiziert der Prototyp dreidimensionale Bildinformationen, die von einer Tiefenkamera generiert wurden, als Vibrationsmuster auf den Handrücken.

Die Kölner Design Preis AG der KISD führte eine Interview mit dem Gewinner Jakob Kilian über seine Sicht auf Design und seine Zukunft.

Welcher Künstler oder Designer inspiriert dich ?
Jakob Kilian: Im klassischen Sinne von Design und Kunst würde ich da Olafur Elliason nennen , der mit Licht, Bewegungen und Reflexionen arbeitet, oder Jochaim Sauter, der gemeinsam mit Olafur Arnalds Kunst mit Musik verbindet. In Bezug auf meine Arbeit finde ich aber interessant, dass mein Vorbild ein Wissenschaftler ist, ein Neurophysiologe, der mit dem Thema, das ich bearbeitet habe, in den 1960er Jahren angefangen hat. Seine Methodik ist oft so, wie ein Designer heute arbeiten würde und deswegen zähle ich auch ihn zu den inspirierenden Designer hinzu.

Wo wärst du gern in fünf Jahren als Designer ? Weiterlesen