Schreibtisch von Frank Lloyd Wright

Felix Stark steht vor dem Schreibtisch mit integriertem Stuhl aus Metall von Frank Lloyd Wright von 1904.

Felix Stark und der Schreibtisch mit integriertem Stuhl aus Metall von Frank Lloyd Wright (1904, Inv. Nr. A 1955w, © MAKK / VG Bild-Kunst, Bonn 2015, Foto: Kirsten Reinhardt).

Der Schreibtisch mit integriertem Stuhl aus Eisen wurde 1904 von dem amerikanischen Industriedesigner Frank Lloyd Wright (1867-1959) für das Verwaltungsgebäude des Larkin Company in Buffalo, New York, entworfen. Felix Stark, Designer und Dozent, schaute sich das Funktionsmöbel in der ständigen Designaustellung des MAKK genauer an. „Der Schreibtisch mit integriertem Stuhl ist für mich in vielerlei Hinsicht ein spannendes Möbelstück, einerseits formalästhetisch mit seiner kubischen, architektonischen Form. Andererseits macht er deutlich, das Design immer ein Spiegel der Gesellschaft ist. 1904 ist die industrielle Revolution im vollem Gange: Elektrifizierung, Taylorismus und die Allgegenwärtigkeit der Maschinen verändern die Position des Menschen in der Gesellschaft nachhaltig – der Mensch wird selbst Teil einer Maschinerie und hat sich dieser unterzuordnen.

Dementsprechend ist der Schreibtisch von Frank Lloyd Wright nicht auf ein gesundes oder gar angenehmes Arbeiten ausgerichtet, sondern nur auf Effizienz. Scheint der Stuhl auf den ersten Blick beweglich, stellt man bei genauerer Betrachtung fest, dass der Abstand zur Tischplatte und die Neigung der Rückenlehne vorgegeben ist. Selbst das Ablagesystem ist vordefiniert und sogar der Tisch selbst kann am Boden verschraubt werden. Nicht das Möbel passt sich dem Benutzer an, sondern der Benutzer sich dem Möbel. Armlehnen, eine ergonomische Sitzschale oder zumindest abgerundete Kanten sucht man vergebens. Dafür kann effizient und zeitsparend geputzt werden: Der schwebende Stuhl und der in die unterste Schublade integrierte Mülleimer erlauben es das Großraumbüro zu wischen ohne auch nur ein einziges Teil zu bewegen. Hier wurde wirklich an alles gedacht, nur nicht an den Menschen.“

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