Super Fashion Markt: Anna Böß und Lena Schröder im Interview

Der Super Markt wird zum Super Fashion Markt und zieht vom 21. bis 23. Oktober 2016 in das Museum für Angewandte Kunst Köln ein. Wie kam es dazu?
Anna Böß und Lena Schröder: „Seit 2008 organisieren wir den Super Markt in Köln und haben seitdem schon sehr viele Locations in der Stadt bespielt. Im letzten Jahr fand im Museum für angewandte Kunst die Ausstellung `LOOK! Modedesigner von A-Z´ statt. Als das MAKK mit der Idee auf uns zukam, begleitend zur Ausstellung ein Modewochenende im Museum zu veranstalten, haben wir uns sehr gefreut. Wir haben die Herausforderung angenommen, einen qualitativ hochwertigen Markt zu kuratieren und waren froh, als das Ergebnis im letzten Jahr sowohl beim Museum als auch bei den Besuchern auf Begeisterung gestoßen ist. Nicht zuletzt war es auch für die Designer ein großer Erfolg, so dass wir den Super Fashion Markt in diesem Jahr gerne wiederholen.‟

Sie beide sind Veranstalterinnen und Modedesignerinnen zugleich. Welche Ziele haben Sie?
„Wir freuen uns sehr sowohl als Designer, als auch als Veranstalter arbeiten zu können. So können wir uns unterschiedliche Blickwinkel der Modeszene öffnen. Es wäre für uns beide schön, weiterhin beide Berufe in Einklang zu bringen. Die beiden Tätigkeiten bringen uns gleichermaßen Freude und bieten uns die Möglichkeit, uns in viele Richtungen zu verwirklichen.‟

Wie viele Modedesigner präsentieren sich und welche Kriterien hatten Sie bei der Auswahl?
„Am kommenden Wochenende begrüßen wir im MAKK rund 40 Designer aus Deutschland und Österreich. Alle Designer produzieren hochwertige, handgemachte Mode und Accessoires. Unter den vielen Bewerbungen auf die sehr wenigen Plätze haben wir uns, zusammen mit der Museumsdirektorin, Dr. Petra Hesse, für die überzeugendsten Positionen entschieden.‟

Mehr Informationen gibt es hier…

Nele Fleckhaus: Erinnerungen an Ihren Vater Willy Fleckhaus

Nele Fleckhaus am Porträt Ihres Vaters Willy Fleckhaus im MAKK.

Nele Fleckhaus am Porträt Ihres Vaters Willy Fleckhaus im MAKK.

Für eine Woche weilte ich Ende August in Köln und habe mir einige Male die wunderbare Ausstellung zum Werk meines Vaters Willy Fleckhaus angesehen. Da die Bilder und Objekte in chronologischer Reihenfolge gehängt sind, war es auch eine Reise in meine eigene Vergangenheit.

Es beginnt mit den Zeitschriften Fährmann und Aufwärts, die heute fast niemand mehr kennt. Auch ich, 1953 geboren, erinnere mich nicht daran. Aber dann leuchten ab 1959 die ersten farbigen, expressiven, manchmal explosiven Titel des von Adolf Theobald und meinem Vater gegründeten Magazins `twen´ auf. Ab 1961 konnte ich lesen, aber vor allem die großformatigen Bilder waren für mich spannend. 1968 erschien ein von Heinz Edelmann gezeichnetes Bild der Beatles, das auch in der Ausstellung zu sehen ist.

Beim Betrachten der farbenprächtigen, fantasievollen Zeichnung fiel mir alles wieder ein: 1968 war ich als knapp Fünfzehnjährige zu einem Englischkurs in London. Swinging London, Carnaby Street und als Höhepunkt die Premiere des Edelmann-Films Yellow Submarine. Mein Vater ließ mir durch seine Sekretärin zwei Premierenkarten schicken. Eine für mich und eine für die zwanzigjährige Tochter der Familien, bei der ich wohnte. Stephanie wollte aber nicht mit zur Premiere. Vielleicht, weil sie es unter ihrer Würde fand, mit einer Fünfzehnjährigen auszugehen? Das sollte ihr am Tag drauf Leid tun. Denn bei der Premiere waren die Beatles persönlich anwesend und auch das erste Magermodel Twiggy. Am Tag darauf war ich zu Tee und Erdbeeren bei dem bekannten Fotografenpaar Christa Peters und Chadwig Hall eingeladen. Sie hatten ein Baby, das auch Chad hieß. Und Buttons mit der Aufschrift: „Chad Hall is. Was ist aus dem Baby Chad geworden?“

Nele Fleckhaus

Mehr Informationen zur Ausstellung `Willy Fleckhaus– Design, Revolte, Regenbogen´ finden Sie auf der Webseite des MAKK hier…

Willy Fleckhaus: 350 Exponate von Hans-Michael Koetzle

Hans-Michael Koetzle ist leidenschaftlicher Sammler von Willy Fleckhaus-Exponaten.

Hans-Michael Koetzle ist leidenschaftlicher Willy Fleckhaus-Sammler. Im Hintergrund Aufnahmen von Juliette Gréco für das Supplement der FAZ.

Während der Führung von Hans-Michael Koetzle gab es viel über die Sammelleidenschaft des Münchners zu erfahren, z.B., dass in seiner Schulzeit am Schreibtisch ein kleines Werbepapier klebte; damals wusste er nicht, dass es eine Grafik von Willy Fleckhaus (1925-1983) war und er ahnte auch nicht, dass er 25 Jahre lang das Lebenswerk von Fleckhaus als leidenschaftlicher Sammler begleiten würde. Mit der Ausstellung ‚Willi Fleckhaus – Design, Revolte, Regenbogen‘ Im Museum für Angewandte Kunst Köln (MAAK) erfüllte sich für Hans-Michael Koetzle ein Lebenstraum. „Es ist für mich ein großartiger Moment diese Ausstellung als Kurator zu eröffnen. Dafür kann ich der Förderung der Stadt Köln, der Peter und Irene Ludwig Stiftung, dem LVR danken sowie dem Medienpartner novum und dem  Kulturpaten WDR 3. Von den früheren Kunden von Fleckhaus haben wir übrigens keinen Cent erhalten“, wurde Koetzle deutlich.

Hans-Michael Koetzle stellte für die erste museale Ausstellung des autodidaktischen Grafikers und Designers Willy Fleckhaus 350 Exponate chronologisch zusammen: Magazine, Fotografien, Illustrationen, Bücher und Plakate. Bei der Führung geriet Hans-Michael Koetzle ins Schwärmen: „Für mich ist er der bedeutendste Designer und Grafiker des 20. Jahrhundert und hat die visuelle Kultur der jungen Bundesrepublik von den 1960er bis 80er Jahren geprägt. Er hatte das absolute Auge und gab den werblichen Inhalten ein Gesicht. Dabei wollte er immer erzieherisch wirken, seine ersten Texte als Journalist haben sich mit Kunst und Pazifismus befasst. Ethik und Moral hat er immer einfließen lassen, auch in der Zeit als Fotograf und Grafiker. Bei seinem ersten Zeitungsprojekt ‚Aufwärts‘, der Jugendzeitung des DGB, setzt er Kunst- und Politik-Themen sowie Jugendberichte in einer damals unbekannten großzügigen Aufteilung in Szene. Da gab es Beschwerden, es fehlen Sport und eine Rätselecke!“ Richtig bekannt wurde Fleckhaus durch das in Köln gegründete Jugendmagazin ‚twen‘. 1959 begann die zwölfjährige Ära des Magazins im neuen Format mit breitlaufender Schrift, weiß auf schwarzem Grund. Das war absolut neu. Damit kam ein neuer Spirit in die Welt – davon ist Koetzle überzeugt.

Willy-Fleckhaus

Willy Fleckhaus auf der einzigen Portraitserie, die es von ihm gibt. Fotografiert von Will McBride.

Wer war Willy Fleckhaus? …

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Gymnasiastinnen des FWG bloggen im MAKK

FWG-Schueler bloggen unter Anleitung von Kirsten Reinhardt und Dr. Andrea Imig im MAKK.

FWG-Schülerinnen bloggen unter Anleitung von Kirsten Reinhardt und Dr. Andrea Imig (hinten links) im MAKK.

Mit dem Smartphone oder dem Tablet waren zwölf Schülerinnen vom Kölner Friedrich-Wilhelm-Gymnasium (FWG) auf der Suche nach tollen Design-Objekten. Denn am 30. Juli 2016 hieß die Aufgabe der Projektwoche im Museum für Angewandte Kunst: Bloggen. Einzeln oder in kleinen Gruppen posteten die Schülerinnen eigene Beiträge. Unter Anleitung der Designblog-Redaktionsleiterin Kirsten Reinhardt und mit Unterstützung des Lehrers J. Botana und Dr. Andrea Imig, Leitung Bildung und Vermittlung Museumsdienst Köln, entdeckten, recherchierten, lernten, fotografierten, bloggten und präsentierten die Schülerinnen mit Begeisterung.

Lieblingsstücke im MAKK von …
…Antonia und Rosanna: ‚Explosion‘ von Hans Kotter
…Dilara (15): Lampenchirm von Man Ray
…Alexandra, (16): Glastisch `Barcelona´ von Ludwig Mies von der Rohe

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Zurück in die Zukunft: Gartenei von Peter Ghyczy

MAKK 2016

Laura gefällt das Gartenei von Peter Ghyczy (1968).

Schüler-Projekt im MAKK: von Laura, 13 Jahre, FWG

Die Projektwoche unserer Schule hat mich ins MAKK geführt, und das Gartenei hat mein Interesse sofort geweckt. Auf den ersten Blick hat es mich irgendwie an Starwars oder Zurück in die Zukunft erinnert, es hat so ein „spaciges“ Design. Eigentlich soll man es sich ja in den Garten stellen, aber ich glaube, dazu wäre es mir wirklich zu schade, immerhin ist das gute Stück nicht geschenkt und wird in einem Museum ausgestellt. Er hätte auch genausogut in einem Raumschiff schweben können, umgeben von lauter abgefahrenem, technischem Zeugs, zusammengeklappt. Dann sieht es nämlich wirklich wie ein Ei aus.

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Lieblingsstück Radio: „Nocturne“

Schüler-Projekt im MAKK: von Clara, 13 Jahre, FWG

Schüler-Projekt im MAKK: von Clara, 13 Jahre, FWG

Das Erste, was mich zu dem Stück hingezogen hat, war die reflektive Glasoberfläche und die Größe. Anfangs dachte ich es wäre eine Uhr, da ich nicht darauf achtete, in welcher Abteilung ich war. Als ich dann das Schild gelesen hatte, auf dem die Informationen zu dem Stück standen, bemerkte ich, dass es doch ein Radio und keine Uhr war. Das Stück selbst finde ich mega cool, das sieht so aus als würde es in eine retro Wohnung von einem überreichen Promi gehören, da es außerdem 130.000$ kostet. Da die Fläche sich so extrem spiegelt hätte das Radio als Spiegel einen zweiten Zweck. Durch das schlichte Design würde sich das Radio in jede Einrichtung einarbeiten lassen und würde mithilfe seiner Größe trotzdem sämtliche Blicke auf sich ziehen. Zwar ist das Radio dadurch, dass es in den 40ern gemacht wurde, schon etwas alt, dennoch finde ich, es hat was zeitloses an sich.

Lieblingsstück: UTENSILO von Dorothee Maurer Becker

"UTENSILO" von Dorothee Maurer Becker, 1969 (Kunststoff, Plastik, A1953w )

`UTENSILO´ (1969, Kunststoff/ Plastik, A1953w ) von Dorothee Maurer Becker.

Schüler-Projekt im MAKK: von Emily, FWG

Das Erste was mir auf- und gefiehl war diese schwarze, schlichte Erscheinung. Ein aus Kunststoff gebautes, mit praktischen, einheitlichen Fächern erstellter Wandaufhänger. Alleine dieses sortiert, schöne Erscheinen, dass trotz der Unsymmetrie symmetrisch wirkt, hat es mir angetan. Das `UTENSILO´ wurde 1969 von Dorothee Maurer Becker für Vitra entworfen, ist eine tolle Alternative zu handelsüblichen Aufbewahrungssystemen. Aus praktischen Gründen würde ich es mir auf jeden Fall zulegen. Jeder hat vermutlich zu Hause einen ganzen Haufen an Kleinkram, den man trotzdem schön sortiert haben möchte. Blumen, Stifte, Kochlöffel, der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt!

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Lieblingsstück: Ball-chair von Eero Aarnio

Henriette mit dem Sessel Ball-Chair von EERO AARNIO

Henriette mit der Sitzkugel, Ball-Chair von EERO AARNIO. 

Schüler-Projekt im MAKK: von Henriette, 13 Jahre, FWG

Am dritten Tag der Projektwoche des FWG, hat der Sessel von EERO AARNIO es mir am meisten angetan. Auf Grund seiner weißen Hülle wirkt er zeitlos und gut kombinierbar, durch das gepolsterte, rotkarierte Innenleben wird die ästhetische Schönheit des Objektes aber doch hervor gehoben. Nach einem anstrengenden Tag, oder auch einfach nur nach einem Nachmittag im Freien kann man sich in diesem Sessel gut in des Abend drehen und den Tag ausklinge lassen.

Wie wird der Ball-Chair gebaut? Hier geht es zum Video!

Ball-Chair von EERO AARNIO: Polyester, Glasfaser verstärkt, Metall, Textilpoliester, 1963-1965 Stiftung Prof. Dr. R. G. Winkler, Bad Godesberg

Lieblingsstück: Jukebox von Paul Fuller

Jubebox Schüler-Projekt im MAKK: von Begün, 18 Jahre

Das MAKK ist ein sehr interessantes Museum, das für alle Altersgruppen geeignet ist:  besonders für Kinder, Jugendliche usw. Die Jukebox aus den 40 Jahren ist meiner Meinung nach das coolste Stück. Es ist ein alter Klassiker, der nicht nur als Dekoration dient, sondern mit dem man auch die Musik der 40 Jahre hören kann. Einfach 20 US-Cent in die Jubebox und schon hatte man einen Song zum hören und konnte mit der Party loslegen. So einfach war das damals.

Musikbox/Jubebox von Paul Fuller, Wurlitzer 1100, 1948, Materialien: Metall, Glas, Holz, Kunststoff

Liegen wie bei den Römern: Chaiselongue Soloform 5008

Giulia und Xenia finden die Chaiselongue "Soloform 5008" von Hans Hartl cool.

Giulia und Xenia finden die Chaiselongue „Soloform 5008“ von Hans Hartl cool.

Schüler-Projekt im MAKK: von Giulia  (14) und Xenia (14), FWG

Die Chaiselongue ,,Soloform 5008″ des Designers Hans Hartl hat uns, um ehrlich zu sein, am besten gefallen. Es war die Gemütlichkeit, die uns sofort ansprach. Das Beste an dieser römerartigen Liege ist, dass diese mit weicher Wolle bezogen ist und man darauf halb liegen bzw. halb sitzen kann, was wir uns sehr gemütlich vorstellen. Hätten wir so eine coole Liege bei uns daheim, dann bestände unser Alltag daraus, mit einer Tüte Chips auf dieser Liege zu liegen und eine Serie nach der anderen zu gucken. Am liebsten hätten wir gleich zwei davon.

Mehr Informationen zum Chaiselongue „Soloform 5008“ findet ihr hier…

Lieblingsstück August Sander: Skizzenbuch von Ingrid Godon

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Ingrid Godon zeigt in der MAKK-Sonderausstellung `Schau mich an.´ ihre Skizzen von August Sander.

Für ihre Bücher `Ich wünschte´ und `Ich denke´ schuf die flämische Illustratorin Ingrid Godon eindringlich gezeichnete Porträts von Kindern. Die Ausstellung `Schau mich an.´ vom 26. Mai bis 10. Juli 2016 vereint diese erstmals mit einer Auswahl der Kinderporträts des berühmten Fotografen August Sander (1876-1964), der die Fotos zwischen den 1910er- und 1940er Jahren im Westerwald und Köln aufgenommen hat. „Ich hätte mir niemals geträumt, dass meine Skizzen in einer Ausstellung im Zusammenhang mit August Sander zu sehen sind‟, ist Ingrid Godon überglücklich. „August Sander hat für mich eine besondere Bedeutung. 2009 war ich sehr krank und ich konnte nur wenige Dinge mit ins Krankenhaus nehmen. Fotobücher von August Sander gehörten dazu. Jeden Tag habe ich eine Skizze, in der Regel von einem Porträt Sanders, gezeichnet.‟ Bei der Ausstellungseröffnung hatte Ingrid Godon dieses Skizzenbuch dabei und zeigte ihre Illustrationen von den bekannten August Sander Motiven wie den Zwillingen oder dem Boxer.

Der intensive, zumeist frontal auf die porträtierten Kinder und deren spezifischen Ausdruck gerichtete Blick der beiden Künstler verbindet die Werkgruppen. Darüber hinaus schaffen die poetischen und prägnanten Texte des niederländischen Kinderbuchautors Toon Tellegen aus dem Buch „Ich wünschte“, in denen der Autor fiktive Wünsche und Gedanken der von Ingrid Godon gezeichneten Kinder in Worte fasst, eine weitere Verbindung über die fast 100 Jahre auseinanderliegenden Arbeiten von August Sander und Ingrid Godon. Die Ausstellung entwickelt ein eindrückliches und zeitloses Bild von Kindheit.

Mehr Informationen über die Ausstellung „Schau mich an.“ finden Sie auf der Webseite des MAKK.

Die Kölner Journalisten-Vereinigung in der RADIO Zeit

Bettina Blass (links) und Corinna Blümel vom DJV Köln im 70er Jahre-Bereich der Ausstellung RadioZEIT

Bettina Blass (links) und Corinna Blümel vom DJV Köln im 70er Jahre-Bereich der Ausstellung RadioZEIT

Die Augen vieler Kollegen strahlen, als sie die alten Radio-Schätzchen im Museum für angewandte Kunst Köln sehen: Geräte mit transparenter Hülle, die leuchten wie Schmuckstücke, Stereoanlagen, wie man sie selbst noch im Wohnzimmer stehen hatte, HiFi-Möbel aus Holz, die ganze Wohnzimmerwände einnahmen. „So etwas habe ich einmal bei Bekannten gesehen“, erinnert sich einer der 13 Besucher, die die Mittagspause nutzten, um sich bei einer speziell ausgerichteten Führung über die Geschichte des Radios zu informieren. Sie sind Mitglieder der Kölner Journalisten-Vereinigung, des Ortsvereins im Deutschen Journalisten-Verband. Für viele Journalisten in Köln ist die Geschichte des Radios natürlich auch eng mit dem eigenen Beruf verbunden: Der WDR ist die größte Rundfunkanstalt in Deutschland.

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Petrus hatte ein Einsehen! Dritter Drive it-Day des MAKK

detlev krehl

Moderator Detlef Krehl präsentierte dem Publikum automobile Kostbarkeiten auf der Rampe vor dem MAKK.

Der Wetterbericht gab Anlass zum Schaudern: „Die Vorhersagen hatten Temperaturen um acht Grad und Regen angekündigt. Aber der Wettergott war dem dritten Drive it-Day des MAKK am 24. April 2016 gnädig gesinnt“, freut sich Stefan Palm, Mit-Organisator des zweijährig stattfindenden Drive it-Day des MAKK. Er beschränkte sich auf nur einen Schauer und auch die Sonne ließ sich mehrmals blicken. So gaben sich mehr als 1.000 Oldtimer vor dem Museum ein Stelldichein, schon bald waren alle Stellplätze belegt.

Der wie immer fachkundige Moderator Detlef Krehl konnte auch diesmal dem Publikum zahlreiche automobile Kostbarkeiten auf der eigens aufgestellten Rampe präsentieren, darunter ein nur 2000-mal gebauter Sportwagen namens Sonett von Saab.

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Vera Lossau – Eine kurze Geschichte der Löcher

Die Künstlerin Vera Lossau vor einem Detail ihrer Installation im MAKK.

Die Künstlerin Vera Lossau beim Aufbau ihrer Installation im MAKK.

„Das Ornament beschäftigt mich seit langer Zeit und hat einige meiner frühen Arbeiten beeinflusst“, so die Düsseldorfer Künstlerin Vera Lossau (* 1976). Die erste Preisträgerin des LVR Frauenkulturpreises für bildende Kunst (2014) geht in ihrer zweiteilige Ausstellung `Eine kurze Geschichte der Löcher´ der Frage nach, was ein Loch, ein Ornament und eine Schlaufe gemeinsam haben. Ihre Antwort liefert sie mit ihren Arbeiten sowohl im MAKK als auch im LVR Industriemuseum Zinkfabrik Altenberg in Oberhausen. Für ihre Arbeiten zog sie unteranderem Texte von Tucholsky und Lacan hinzu.  „Aber eigentlich gehe ich stärker vom Visuellen aus. Ich denke, das Thema der Löcher ist sehr weit und poetisch“, erklärt Vera Lossau. In ihrer Auseinandersetzung mit dem Thema umkreist sie zwei verschiedene Ausprägungen der Löcher: „Es gibt eine gewaltsame, an Krieg und Verletzung erinnernde Assoziation.“ Diese wird zum Beispiel durch den Abguss einer Beschussplatte behandelt – ein Original im Industriemuseum. „Zugleich gibt es natürlich auch das Verspielte, Schönheit zelebrierende `Loch´, das ich in den Formen und Ornamenten in der Sammlung des MAKK vorfand.“

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Lieblingsstück: Radios von Walter Dorwin Teague

Julie Edelmann-Vieiht Walter-Dorwin-Teague

Julie Edelmann-Veith vor Radios von Walter Dorwin Teague (1883-1960).

„Die Entwicklung des Radio-Designs ist in der MAKK-Ausstellung ‚RADIO Zeit’ faszinierend dargestellt‟, begeistert sich Julie Edelmann-Veith, und verrät, dass das MAKK zu ihren Lieblingsmuseen in Köln gehört. „Für Radios gab es keine Design-Vorbilder, und in Deutschland sahen die Radiogehäuse lange Zeit wie bessere Holzkisten aus. Dagegen entwickelte sich in den USA schnell eine ganz eigene Formensprache, die sich eng an der Architektur und am industriellen Fortschritt orientierte. Es ist faszinierend zu sehen, wie bis zum Zweiten Weltkrieg die Amerikaner Maßstäbe setzten – sowohl im Design als auch bei den eingesetzten Materialien. Sensationell finde ich die Art Déco-Radios von Walter Dorwin Teague. Die blau verspiegelten Flächen, verziert mit Chrom, demonstrierten die Bedeutung neuer Materialien. Ab den 50er Jahren haben deutsche Designer nachgezogen, vor allem Hans Gugelot (1920-1965) und Dieter Rams (1932 geboren), die mit ihrem stark reduzierten, klaren Design für die Firma Braun Weltmaßstäbe setzten. Der Einfluss von Rams wirkt bis heute nach. Es ist bekannt, dass Steve Jobs seine Formensprache schätzte und Apple-Designer Jonathan Ive von Rams’ Arbeit beeinflusst wurde. Deutlich sichtbar übrigens am iPhone. Einen Dank von Apple hat Rams aber nie erhalten.“

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