Die Greifbarmachung der Vergangenheit

Sascha Agne, Ausstellung `SYSTEM DESIGN. Über 100 Jahre Chaos im Alltag´ im Museum für Angewandte Kunst Köln, Foto: © René Spitz

Sascha Agne, Ausstellung `SYSTEM DESIGN. Über 100 Jahre Chaos im Alltag´ im Museum für Angewandte Kunst Köln, Foto: © René Spitz

Sascha Agne ist Quantenphysiker und Doktorand am Institute for Quantum Computing (IQC) der Universität Waterloo, Kanada. Was hat er mit Design und mit dem MAKK zu tun? Er hat eine ungewöhnliche Leidenschaft: Er sammelt Lebensmittel- und Drogerieverpackungen. Eine seiner Burger-Verpackungen wurde im Rahmen der Ausstellung `SYSTEM DESIGN´ im MAKK gezeigt. Im Frühjahr war er bereits im MAKK, um die Ausstellung zu besuchen. Zurzeit ist er erneut zu Besuch in Deutschland – unter anderem in Köln. Heute hatten wir Gelegenheit zu einem kurzen Gespräch:

Was sammeln Sie außer Burger-Verpackungen?
Sascha Agne: Verpackungen von McDonald´s stellen nur einen kleinen Teil meiner Sammlung dar, welche Lebensmittel- und Drogerieprodukte des vergangenen Jahrhunderts mit dem Schwerpunkt 1970-1990 umfasst.

Weiterlesen

Lieblingsstück: B9 von Marcel Breuer

Marcel Breuer B9 Maria Bausch

„Ich liebe das reduzierte Design von Marcel Breuer. Die Stahlrohrmöbel sind für mich das Sinnbild der Reduktion und dabei doch so ästhetisch,“ schwärmt die in Köln lebende Maria Bausch. „Passend sind auch die unprätentiösen Namen wie Stahlrohrstuhl B5, Stahlclubsessel B3 oder Beistelltisch B9. Der B9 wurde gleichzeitig als Hocker konzipiert und die Rolle als Beistelltisch in verschiedenen Höhen ergab sich als Konsequenz der hohen Funktionalität. Auf einen B9, der heute von Thonet bzw. unter dem Namen Laccio mit sichtbaren Schrauben von Knoll International hergestellt wird, spare ich und werfe mein Kleingeld in eine Spardose“, schmunzelt Maria Bausch während ihres Besuchs der MAKK-Sonderausstellung SYSTEM DESIGN. Als Liebhaber des Designs der Bauhausschule zog es sie und ihren Mann kürzlich in das Bauhausmuseum in Dessau.

Weiterlesen

Einblicke in die Ausstellung „SYSTEM DESIGN“

MONTANA Einrichtungssystem „CO16“

Montana_Tablet-Montana1_Tablet-Montana2_Tablet-Montana3_Tablet-Montana4_Tablet-Montana5

© Montana Møbler

Montana ist ein System, das aus 42 Grundmodulen in 4 Tiefen und 49 Farben und Oberflächen besteht. Die Module können unendlich kombiniert werden und, wenn neue Bedürfnisse entstehen, wieder neu zusammengestellt werden. Die Abmessungen der einzelnen Module basieren auf
den Formaten der DIN 476.

Weiterlesen

SYSTEM DESIGN: Modulor 1 und 2 von Le Corbusier

Die überlebensgroße Zeichnung des Proportionssystems von Le Corbusier lädt zur Interaktion ein.

Karsten Kretschmer testet während einer Führung das Proportionssystem von Le Corbusier `Modulor´ im großen Ausstellungssaal des MAKK.

Das Proportionssystem `Der Modulor 1´ und `Der Modulor 2´ entwickelte der Architekt und Maler Le Corbusier (1887–1965) in den 50er und 60er Jahren. Modulor stellt den bedeutendsten modernen Versuch dar, die Architektur im Einklang mit dem menschlichen Maß zu bringen. Zu sehen auf dem großen Wandbild der Sonderausstellung `SYSTEM DESIGN´; Oliver Scheibler zeichnete das Proportionssystem auf die 7,5 x 12 Meter lange Wand im großen Ausstellungssaal des MAKK. Der 1948 veröffentlichte Modulor 1 wird zu den bedeutendsten Theorien der Architekturtheorie gezählt. Im 1955 erschienenen Modulor 2 erläutert Corbusier die Anwendung der Maßlehre; er gab damit der Architektur ein menschliches Maß und gleichzeitig eine objektive Ordnung.

Weiterlesen

René Spitz über die Ausstellung SYSTEM DESIGN

Dr. René Spitz, Kurator der Sonderausstellung „SYSTEM DESIGN. Über 100 Jahre Chaos im Alltag“, spricht in diesem Video über das Konzept, das hinter der Ausstellung steht. Neben einer allgemeinen Einführung in das Thema Systemdesign geht er auf einzelne Exponate wie auch die erzählerische Struktur der Ausstellungs-Szenographie ein.

Weiterlesen

SYSTEM DESIGN: Lieblingsstück `Diamante´

P1090770web

`Concorso´ von 1956, Entwurf Bruno Munari & Enzo Mari, Hersteller La Pavoni

Sie wird `Diamante´genannte, die Espressemaschine Concorso von 1956. „Die Espressemaschine ist mir sicher deswegen besonders aufgefallen, weil sie sich durch ihre skulpturale Qualität aus der doch weitgehend vertikal/horizontal geprägten Gestaltung der Ausstellung abhebt. Hinter der verspielten Front verbergen sich Funktionen, die nach 50 Jahren immer noch genauso produziert werden und wahrscheinlich nicht mehr verbessert werden können. Jedenfalls sieht die Maschine so aus, als ob der Kaffee daraus besonders gut schmeckt“, so Dr. Ingrid Gilgenmann aus Köln.

Mehr Informationen zur Ausstellung `SYSTEM DESIGN. Über 100 Jahre Chaos im Alltag´ finden Sie hier

SYSTEM DESIGN: Fotografische Dokumentation

Fotografin

Vergangenen Montag wurde die Sonderausstellung „SYSTEM DESIGN. Über 100 Jahre Chaos im Alltag“ für das Rheinische Bildarchiv Köln (RBA) fotografiert. Marion Mennicken, Fotografin des RBA, hat vor fast 30 Jahren von ihrem Vorgänger das Museum für Angewandte Kunst als ihr „Haupthaus“ übernommen. Seitdem dokumentiert sie alle Ausstellungen und Neuzugänge des MAKK, ist aber darüber hinaus auch in anderen städtischen Kölner Museen im Einsatz. Die Ausstellungen werden in der Regel montags abgelichtet, da das Museum geschlossen ist und kein Publikumsverkehr herrscht. Nichts soll ablenken von den Exponaten und der Szenographie: Aufnahmen aus unterschiedlichen Perspektiven, ohne Blitzlicht oder Lampen, so dass auch die Lichtsetzung dokumentiert werden kann. Archivfotografie hat schließlich System. Wer mehr über das Rheinische Bildarchiv Köln erfahren möchte, klicke hier.

SYSTEM DESIGN: Lieblingsstück Braun G12V

Lieblingsstück Braun-Plattenspieler

G12V von 1955, Entwurf Wilhelm Wagenfeld & Hans Gugelot, Hersteller Braun

„Unser Lieblingsstück ist der Plattenspieler von Braun“, da sind sich die drei Besucherinnen während der Führung durch Janny Kiefer-Braschos vom Arbeitskreis MAKK einig. Es sind das reduzierte Design und die klassischen Formen des legendären Braun-Designs des Plattenspielers G12V von 1955, die es ihnen angetan hat. Dabei kennen die Freundinnen einen Plattenspieler nur vom Sehen. „Als Kinder hörten wir Kassetten und später dann CDs.“ Die Freundinnen besuchten die Sonderausstellung SYSTEM DESIGN, weil sie sich privat für Einrichtungsdesign interessieren. Mehr Informationen zur Sonderausstellung `SYSTEM DESIGN. Über 100 Jahre Chaos im Alltag´ (bis 7. Juni 2015) finden Sie hier…

SYSTEM DESIGN: NCS Farbsystem in Vorbereitung

NCS Farbfolien werden aufgehängt

Das Natural Color System (NCS) ist ein standardisiertes Farbsystem, das auf dem menschlichen Farbempfinden beruht. In der MAKK-Sonderausstellung `SYSTEM DESIGN. Über 100 Jahre Chaos im Alltag´ kann die Farbenvielfalt als 3-D Installation bewundert werden. Dafür wurden von fleißigen Händen kleine rechteckige NCS-Farbverläufe auf durchsichtige PVC-Folien geklebt und an einem Stahlkranz im Ausstellungsraum aufgehängt. Initiatorin Anke Landsberg plante die gesamte Ausstellungsarchitektur inklusive Leitsystem. Mehr Informationen zur Sonderausstellung `SYSTEM DESIGN. Über 100 Jahre Chaos im Alltag´ (bis 7. Juni 2015) finden Sie hier…

SYSTEM DESIGN: Montage in Vorbereitung

Dirk Ferlmann

Dirk Ferlmann und sein Team legen für die Sonderausstellung SYSTEM DESIGN Hand an. Der Kölner Diplom-Restaurator rahmt die einzelnen Blätter aus den `Richtlinien und Normen für die Olympischen Spiele´. Für die Olympischen Spiele 1972 in München entwickelte Otl Aicher ein einheitliches Erscheinungsbild, von Piktogrammen über Plakate bis zu Logos.

Weiterlesen

Ausstellung SYSTEM DESIGN: Wandbild in Vorbereitung

Oliver Scheible, Zeichner aus Köln im MAKK

Blick hinter die Museumskulissen: Oliver Scheibler zeichnet das große Wandbild für die Sonderausstellung `System Design – über 100 Jahre Chaos im Alltag´, die am 20. Januar 2015 beginnt. Der Kommunikations-Designer näherte sich über drei Monate der Idee des Systemdesigns. Seine Entwürfe spiegeln ein paar der gezeigten Exponate auf die 7,5 x 12 Meter lange Wand. Holzpuzzle verwachsen mit Lego-Steinen und Fischertechnik; das Proportionssystem `Modulor´ von Le Corbusier greift zu den Ringen der Olympischen Spiele. Eins ist offensichtlich. Scheibler suchte nach Gemeinsamkeiten: Utopische Gedanken in Richtung Weltverbesserung sind das Ergebnis.

Weiterlesen