RADIO Zeit: Vom Holzgehäuse zum Design

Der Musikschrank `Radiogram 7028´ (1957) von Grundig hat ein Holzgehäuse – davon stammt der Name `Braune Ware´ weiß Karsten Kretschmer.

Der Musikschrank `Radiogram 7028´ (1957) von Grundig hat ein Holzgehäuse – davon stammt der Name `Braune Ware´ weiß Karsten Kretschmer. Rechts zu sehen: `Consul´ aus der DDR.

Sonntags im Museum bewunderte Karsten Kretschmer aus Köln die Radiogeräte und Phonomöbel in der Ausstellung RADIO Zeit. „Die sehr unterschiedliche Entwicklung des Designs beeindruckt mich. Die Designer waren in der Anfangszeit ratlos, wie so ein Gegenstand aussehen soll. Wie ein technischer Apparat? So sahen die ersten Geräte in den 30er Jahre auch aus. In den USA gab es eine viel innovativere Entwicklung, die sich am Lifestyle orientierte und mutig Farben, moderne Materialien und Formen zeigte. Ganz anders war es leider in Deutschland. Die Verbreitung des Radios war eng mit der Nazi-Zeit verbunden. Da gab es häufig nur ein erlaubtes Gehäuse aus Holz, das braune Design. Und so sahen die Radios und später auch Schallplattenspieler und Fernseher lange aus. Noch heute wird die Unterhaltungselektronik als `Braune Ware´ bezeichnet. Der Grund dafür liegt im Design der Radiogeräte, das sich an klassische Holz-Möbel orientierte. Im Vergleich dazu werden Haushaltsgeräte wie Wasch- und Spülmaschinen, die für Sauberkeit im Haushalt stehen, als `Weiße Ware´ bezeichnet.

Ich habe die aufwändigen Phonomöbel bis in die 80er in meinem Alltag gesehen. Erstaunlich für mich war in der Ausstellung zu sehen, dass mit dem Modell `Consul 697/57 WUS´ (1956-57) vom VEB Stern-Radio die braune Zeit auch in der DDR bis in die 70er Jahre überlebte. Erfreulich ist, dass mutige deutsche Unternehmer, Beispiel Braun mit den Designern Hans Gugelot und Dieter Rams, ein neues Design kreierten, die heute als Designklassiker gelten.“

Mehr Infos zur Ausstellung `RADIO Zeit´ auf der MAKK-Web…

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